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14. September 2026

Brieffreundschaft mit Indien

Interkulturelles Lernen ganz persönlich

Im Rahmen eines interkulturellen Briefprojekts tauschen sich Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse mit Kindern der NGO Naya Sawera in Indien aus. Die Brieffreundschaft ermöglicht authentische Kommunikation auf Englisch und eröffnet zugleich persönliche Einblicke in unterschiedliche Lebenswelten, Kulturen und Schulalltage. Nach den ersten Antworten aus Indien geht der Austausch nun in die nächste Runde.

Bereits im vergangenen Schuljahr, als die heutige 6. Klasse noch in der 5. Klasse war, entstand die Idee, den Englisch- bzw. den Ethikunterricht durch einen echten internationalen Austausch zu ergänzen. Die Schülerinnen und Schüler verfassten erste englische Briefe für Kinder in Indien – mit dem Ziel, Englisch nicht nur als Unterrichtsfach, sondern als tatsächliches Kommunikationsmittel zu erleben.

In den Sommerferien ergab sich dann für Frau Rossmeier die besondere Gelegenheit, die indische Nichtregierungsorganisation Naya Sawera in Gurugram nähe Delhi persönlich zu besuchen. Die NGO unterstützt derzeit mehr als 150 sozial benachteiligte Kinder und deren Familien. Sie ermöglicht unter anderem Zugang zu grundlegender Bildung, Englischunterricht, Lernförderung und geschützten Lernräumen. Darüber hinaus bietet sie am Nachmittag Näh- und berufsvorbereitende Kurse für Frauen an. Die Organisation wird von ihrem Gründer Ashutosh gemeinsam mit einem engagierten lokalen Team vollständig ehrenamtlich geführt.

Während des Besuchs konnte Frau Rossmeier die Arbeit der NGO und der Unterricht vor Ort unmittelbar kennengelernt werden. Dabei wurden auch die Briefe unserer damaligen Fünftklässler persönlich an die Kinder übergeben. Die Begegnungen vor Ort zeigten besonders deutlich, welches Potenzial ein unmittelbarer Austausch zwischen Kindern mitunterschiedlichen kulturellen und sozialen Lebenswirklichkeiten haben kann. Ziel des Projekts ist deshalb neben dem authentischen Gebrauch der englischen Sprache insbesondere die Förderung von interkulturellem Lernen, Empathie, Perspektivwechsel und globalem Verantwortungsbewusstsein.

Die Kinder in Indien antworteten auf die Briefe – und diese Antworten konnten nach den Sommerferien wieder mit nach Deutschland gebracht werden. Am Freitag, den 04.09., war es für die inzwischen in der 6. Klasse angekommenen Schülerinnen und Schüler endlich so weit: Sie erhielten die Antworten ihrer Brieffreundinnen und Brieffreunde aus Indien. Die Freude war groß. Einige Briefe enthielten sogar kleine persönliche Aufmerksamkeiten wie Armbänder, und durch die Nachrichten konnten die Schülerinnen und Schüler gleichzeitig mehr über den Alltag und das Leben der Kinder in Indien erfahren.

Im Unterricht hatten sie anschließend Zeit, mit ihren eigenen Antwortbriefen zu beginnen. Dadurch konnten sprachliche oder inhaltliche Fragen direkt geklärt werden. Bis zum kommenden Freitag werden die Briefe fertiggestellt. Fast alle Schülerinnen und Schüler haben außerdem ein Polaroidfoto von sich gemacht oder ein eigenes Foto mitgebracht, damit die Kinder in Indien künftig auch ein Gesicht mit dem jeweiligen Namen verbinden können.

Einige Kinder äußerten von sich aus den Wunsch, zusätzlich eine kleine Aufmerksamkeit wie einen Stift oder ein Buch beizulegen. Dies geschieht selbstverständlich freiwillig und nur mit Zustimmung der Eltern.

Im Oktober werden die neuen Briefe wieder persönlich mit nach Indien genommen und den Kindern der NGO übergeben. Zusätzlich werden dort auch unser gemeinsames Gruppenfoto sowie Bilder unserer Schule von der Homepage gezeigt.

So entwickelt sich aus einer Unterrichtsidee Schritt für Schritt eine echte Brieffreundschaft über Ländergrenzen hinweg. Die Schülerinnen und Schüler erleben dabei, dass Englisch ihnen ermöglicht, mit Menschen in einer ganz anderen Lebenswelt in Kontakt zu treten, Gemeinsamkeiten zu entdecken, Unterschiede kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Wir freuen uns schon auf die nächsten Antworten der Kinder von Naya Sawera!

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