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24. Juni 2026

Zweitzeugengespräch im Rahmen der Projektwoche

Kindertransporte und Flucht nach Großbritannien

In unserem Projekt „Zweitzeugengespräch“ befassen wir uns mit nach Großbritannien geflüchteten Kindern. Dabei geht es spezifisch um die sogenannten Kindertransporte. Ein Aspekt des zweiten Weltkrieges, der oftmals in der Schule nur schwach beleuchtet oder gar übersprungen wird.

Am Montag, dem 22.06.2026, bereiteten wir uns in Kleingruppen auf das Zweitzeugengespräch vor. Dabei war jeder Gruppe ein anderes Thema zugeteilt, wie z.B. „Kindertransporte“ und „Entrechtung der Juden 1933-1945“. Am darauffolgenden Tag, dem 23.06.2026, kam nun der der zentrale Teil unseres Projektes, das Zweitzeugengespräch. Dafür besuchten uns Franziska und Nikolaus Reinhuber, deren Mutter in einem dieser besagten Kindertransporte gewesen war. Die beiden sind Nachfahren von Theodor W. Adorno, dem Namensgeber unserer Schule.

Um 10 Uhr ging es los. Sie berichteten von den Erfahrungen der Familie in der Reichspogromnacht (9./10. November 1938), bei welcher deren Existenzgrundlage zerstört wurde, weil sie „Halbjuden“ waren. Da die Lage sich zunehmend zuspitzte und die Familie keine wirtschaftliche Perspektive mehr hatte, wurden Elisabeth Calvelli-Adorno (13 Jahre; Mutter der Zweitzeugen) und ihr Bruder Ludwig Calvelli-Adorno (11 Jahre) am 27. Juni 1939 alleine nach Großbritannien geschickt. Dies war einer der letzten Kindertransporte vor Kriegsbeginn. In Großbritannien angekommen, wurden sie in einer englischen Pflegefamilie aufgenommen. Ein Wiedertreffen der Familie konnte erst 1947 stattfinden. 

Die beiden Zweitzeugen waren enthusiastisch dabei und haben unsere wissbegierigen Fragen beantwortet. Es wurden während und nach dem Gespräch viele interessante Fragen gestellt. Durch das Zweitzeugengespräch konnten wir eine neue Perspektive einer verfolgten Familie unter dem NS-Regime erlangen. 

Edward F. & Linus W.

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